Die Stadt Leisnig plant die feierliche Wiedererrichtung des Bismarckdenkmals auf dem Lindenplatz.
Auferstanden aus Ruinen und kommunistischer Bronzeverwertung:
Bald soll wieder eine stolze Bronzebüste von Otto von Bismarck auf einem abgestuften Marmorsockel thronen, stilvoll umgeben von einem Zierzaun. Die Planer orientieren sich dabei penibel am Original von Harro Magnussen (1861–1908), das 1945 leider den „fortschrittlichen Metallspenden“ zum Opfer fiel. Der Stadtrat will bereits in der nächsten Sitzung darüber abstimmen.
„Immerhin ist der hochverdiente Reichskanzler seit 1895 Ehrenbürger unserer Stadt“, erklärte ein sichtlich bewegter Sprecher der Fraktion der FREIEN SACHSEN. Bis auf Die Linke – die bekanntlich mit historischer Größe so ihre Probleme hat – wollen alle Fraktionen den Wiederaufbau begeistert befürworten.
Bürgermeister Carsten Graf gab sich zuversichtlich: Die Finanzierung der neuen Sehenswürdigkeit sei spätestens dann gesichert, wenn die imposanten Mega-Windkraftanlagen in Altenhof und „Sitten 2“ endlich ihren Schatten über die Region werfen. Dann fließt bekanntlich reichlich Geld – oder zumindest der Strom, mit dem man die großen Leisniger Haushaltslöcher beleuchten kann.
Verspäteter Aprilscherz? Leider JA.
Es gibt bedauerlicherweise (noch 😉) keinerlei Pläne, den Reichskanzler Bismarck (1815–1898) in Leisnig erneut zu ehren – obwohl er gestern, am 1. April, seinen 211. Geburtstag gefeiert hätte.
Aber wenigstens soll der kürzlich verstorbene Rolf Neidhardt, Schuhmachermeister i. R. (* 27. Januar 1938; † 31. Dezember 2025), die Ehrenbürgerschaft erhalten. Der Vorschlag wurde vom Geschichts- und Heimatverein Leisnig e. V. angeschoben und wird derzeit im Stadtrat beraten. Der Verein setzt sich seit vielen Jahren für die Pflege der lokalen Geschichte ein. Rolf Neidhardt hat mit der Schaffung des bekannten Riesenstiefels ein markantes Wahrzeichen für Leisnig geschaffen.
Dieses Ansinnen ist daher voll zu unterstützen.