Leisnig, 10. Februar 2026 – Bereits seit den frühen Morgenstunden des heutigen Tages lief in der Schloßstraße in Leisnig ein massiver Polizeieinsatz. Zu Beginn der Maßnahme wurde ein osteuropäischer Mann festgenommen. Bedienstete des Landeskriminalamts Sachsen (LKA), unterstützt von der Bereitschaftspolizei sowie Kräften des Technischen Hilfswerks (THW), räumen ein Gebäude über zehn Stunden komplett aus.
Augenzeugen berichten, dass fortlaufend große Mengen an Material, Equipment und mutmaßlich auch Pflanzenmaterial aus dem Haus getragen wurden. Unmengen spezielle Lüftungs- und Klimageräte, Beleuchtungssysteme, Bewässerungsanlagen und unzählige Pflanzgefäße sollen sich darunter befinden. Erst 17:25 Uhr endete die „Bergungs- und Durchsuchungsmaßnahme“.
Wieder Leisnig – wieder „Indoor-Cannabis“
Bei dem betroffenen Objekt handelt es sich – nach allen bisher vorliegenden Informationen und Zeugenaussagen – erneut um eine professionell betriebene „Cannabis-Indoorplantage“. Leisnig und die umliegende Region Mittelsachsen sind in den vergangenen Jahren wiederholt durch derartige Funde in die Schlagzeilen geraten.
Erst im September 2025 war in Leisnig bei einer Razzia eine Anlage mit rund 400 Cannabispflanzen entdeckt worden (wir berichteten). Damals führte die Kripo die Durchsuchung im Zusammenhang mit einem anderen Ermittlungsverfahren durch. Ob es zwischen den Fällen Verbindungen gibt, ist derzeit noch unklar.
Professionelle Ausstattung
Die aktuell entdeckte Plantage scheint nach ersten Eindrücken ebenfalls sehr groß dimensioniert gewesen zu sein. Der Einsatz des THW deutet darauf hin, dass die Polizei mit sehr umfangreichen technischen Anlagen, möglicherweise schweren Umbauten im Gebäudeinneren oder auch statisch relevanten Veränderungen konfrontiert war.
Hintergrund: Cannabis-Lage in Mittelsachsen
Die Region um Döbeln, Hartha, Leisnig und Mittweida gehört seit Jahren zu den „Brennpunkten illegaler Cannabisproduktion“ in Sachsen. Immer wieder werden Wohn- und Gewerbeimmobilien zu regelrechten „Cannabis-Fabriken“ umfunktioniert, oft von organisierten Gruppen aus dem In- und Ausland betrieben.
Die teilweise Legalisierung von Cannabis in der BRD (seit 2024) hat an der Zahl professioneller, gewerbsmäßiger Plantagen bisher wenig geändert. Im Gegenteil: Viele Betreiber setzen weiterhin auf den Schwarzmarkt, da die regulierten Mengen für den Eigenbedarf (max. 25 g Besitz, 3 Pflanzen pro Person) für kommerzielle Produktion wirtschaftlich viel zu uninteressant sind.
Die Leisniger reagieren mittlerweile fast schon mit einem gewissen „Ach, schon wieder“-Gefühl bis hin zu Unverständnis über die Razzia. Für viele ist es bereits der dritte oder vierte größere „Cannabis-Fund“ in unserer kleinen Stadt innerhalb weniger Jahre.