Ist das Kind in Hartha nun doch in den Brunnen gefallen? Nein! Der Landkreis Mittelsachsen hat das Hamimex-Gebäude gekauft und hält an seinen Plänen für ein Asylheim mit 60 Plätzen fest. Doch die Bürger, der Stadtrat und die wachen Köpfe aus der Region lassen sich nicht mundtot machen. Seit unserer Mahnung Ende August ist der Widerstand zu einer Lawine geworden: über 1500 Unterschriften, hitzige Versammlungen und nun zwei Demos gegen das Asylheim in Hartha. Hier der aktuelle Stand aus unserer Sicht.
Der Skandal: Späte Info und verletzte Mitwirkungspflicht?
Der Landkreis informierte Bürgermeister Ronald Kunze und den Stadtrat erst am 28. August 2025, also nach dem Kauf durch die LMSG.
Hartha wird direkt betroffen
Weitere Kosten für Infrastruktur, Schulen, Ärzte. Die beschauliche Kleinstadt soll nach dem Willen des eigenen Bürgermeisters Kunze dennoch weitere Asylbewerber aufnehmen. Hartha liegt auf Platz 48 von 52 Kommunen bei der Aufnahme. Das soll jetzt schnell geändert werden. Dr. Christoph Trumpp droht mit höheren Quoten. Die Harthaer fühlen sich erpresst. Zu Recht.
Was kann das Kind noch retten?
Klagen beim Verwaltungsgericht, Bauanträge verzögern, Genehmigungen hinterfragen. Der Stadtrat (CDU, Freie Wähler und AfD) hat am 19. September eine Willenserklärung unterzeichnet: „Nur dezentrale Unterbringung in privaten Wohnungen, keine zentrale Unterkunft.“ Dieser „Kompromiss“ trifft bei den Bürgern auf geteilte Meinungen.
Am 2. Oktober trafen sich Stadtverwaltung, Wohnbau Hartha GmbH und LMSG. Dezentrale Alternativen wurden geprüft, ein Gespräch mit Trumpp angefragt, Kostenstrukturen gefordert. Der Einzug 2026 ist bereits durch den breiten Widerstand verzögert. Die Einwohnerversammlung am 4. September in der HarthArena mit 800 bis 900 aufgeheizten Bürgern war beeindruckend: Hunderte skandierten „Nein zum Heim!“, der Stadtrat stellte sich symbolisch zum Bürger und wandte sich vom Bürgermeister Kunze ab. Bis heute zog er jedoch nicht die letzte Konsequenz.
Die Helden: die vielen Harthaer, die laut „NEIN“ sagten
Der Stadtrat steht nach außen einig. CDU, Freie Wähler und AfD fordern ein Veto-Recht für Kommunen, genau wie im AfD-Gesetzentwurf von 2023 (7/12835). Die AfD Sachsen twittert: „Schluss mit der Masseneinwanderung!“
Die FREIEN SACHSEN als „Protestmotor“: Mit Infoständen (z.B. 18.09. vor der Arena), Demos (am 26.09. mit Hunderten) und Hand in Hand mit „Hartha wehrt sich“ setzen sie sich für die Harthaer ein. Ähnliche Projekte in Waldheim oder Stolpen wurden ua. so gestoppt.
Demos am 7. und 9. November in Hartha
Am 7. November (16:30 Uhr, Estler-Gelände) demonstrieren fast alle Stadträte für dezentrale Unterbringung der Asylbewerber. „Keine Fahnen, kein Alkohol“, Hunderte werden erwartet.
Am 9. November folgt, (obwohl eher angekündigt) der große Bürgerprotest (16:00 Uhr, Marktplatz) mit sächsischen Aktivisten wie Marcus Fuchs, Wolfgang Schmidl, Max Schreiber und Livemusik von NDS. Unter dem Motto „NEIN zum Heim!!!“ lehnen die FREIEN SACHSEN auch die dezentrale Unterbringung von neuen Asylbewerbern in Hartha ab.