In Leisnig und seinen Ortsteilen sorgt der geplante Ausbau der Windenergie weiter für Diskussionen.
Besonders betroffen sind die Gebiete Altenhof/Naunhof und Clennen/Sitten. Dort sollen insgesamt sieben neue große Windkraftanlagen entstehen, teilweise mit Abständen von nur 750 Metern zur nächsten Wohnbebauung. Die Anlagen erreichen eine Höhe von rund 250 Metern.
Die Bürgerinitiative „GegenWind Altenhof“ hat zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung am 27. April 2026 ab 17:00 Uhr in Altenhof Nr. 25 (gegenüber der Tischlerei Geilert) eingeladen. Die Organisatoren wollen mit einem maßstabsgerechten Modell und bearbeiteten Bildern die Dimensionen der geplanten Anlagen verdeutlichen (➡️Video der ersten Veranstaltung). Sie weisen auf mögliche Auswirkungen auf Gesundheit, Artenschutz, Landschaftsbild und Lebensqualität hin und fordern mehr Transparenz zu früheren Stadtratsbeschlüssen aus den Jahren 2022 und 2023.
Die BI betont, dass das Vorhaben alle Leisniger betreffe, und ruft zur Unterstützung für die anstehenden Abstimmungen im Stadtrat auf. Am 30. April 2026ab 18 Uhr soll unter anderem ein Antrag der Fraktion der Freien Sachsen Leisnig behandelt werden. Dieser zielt auf einen Grundsatzbeschluss zur nachhaltigen Stadtentwicklung und auf die Aussetzung von Genehmigungsverfahren für Windkraftanlagen ab, „bis die Verfassungsmäßigkeit von § 2 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) geklärt ist“.
Parallel läuft im Windpark Ablaß bei Leisnig das Repowering auf vollen Touren (Video). Alte Anlagen werden zurückgebaut und durch moderne Enercon E-160-Turbinen mit einer Nabenhöhe von 166 Metern und einer Gesamthöhe von etwa 247 Metern ersetzt. Die neuen Anlagen dienen als anschauliches Beispiel für die Dimensionen, die auch bei den geplanten Neuanlagen in den Ortsteilen erwartet werden.
In früheren Sitzungen hatte ein Antrag der dreiköpfigen AfD-Fraktion zur Rücknahme eines früheren Beschlusses zum Bebauungsplan in Altenhof keine Mehrheit gefunden. Die Freien Sachsen hatten sich damals gegen den Antrag ausgesprochen, da sie grundsätzlich gegen den Bau von Windkraftanlagen sind, nicht nur in Altenhof. „Eine Verschiebung der Anlagen auf eine andere Fläche, ändert an den Problemen und Gefahren, die damit einhergehen nichts. Darüber hinaus ist eine bloße Veränderung der Stimmungslage kein ausreichender Grund für die Rücknahme eines mehrheitlich gefassten Beschlusses“.
Die Bürgerinitiative „GegenWind Altenhof“ hat bereits rund 700 Unterschriften gesammelt und setzt sich für eine Überprüfung der Planungen ein. Die Veranstaltung am 27. April soll interessierten Bürgern die Möglichkeit geben, sich direkt zu informieren und die Argumente der Initiative kennenzulernen.
Die Stadt Leisnig hat die Planungen in den vergangenen Jahren mit breiter Mehrheit im alten Stadtrat vorangetrieben.
Ob der neue Antrag der Freien Sachsen oder die anhaltenden Bürgerproteste zu einem Umdenken im Stadtrat führen, wird sich in der Sitzung am 30. April zeigen.
Alle Bürger – Kritiker wie Befürworter – sollten die Termine nutzen, um sich auszutauschen und ihre Argumente einzubringen.
-Satirebild: Geplante Windkraftanlagen in Leisnig
-Einladung der BI „GegenWind aus Altenhof“