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Ein Ausflug auf den Anton-Günther-Weg

-Ein Stück erzgebirgische Seele erwandern-

Das Erzgebirge lockt mit vielen Wegen, die Landschaft und Kultur verbinden. Besonders ruhig und berührend ist der kurze Pfad rund um Eppendorf im mittleren Erzgebirge (nahe Chemnitz) zum Anton-Günther-Gedenkstein (Bild). Er führt durch den Gersberger Wald und ehrt unseren großen Volksdichter Anton Günther (1876–1937), dessen Lieder in erzgebirgischer Mundart wie „’s isch Feierohmd“ oder „Ach wie is des schee im Gebirg“ Generationen geprägt haben.

Warum gerade Eppendorf?
Überall im Erzgebirge und bis nach Böhmen stehen etwa 50 Gedenksteine für Anton Günther. Der in Eppendorf im Gersberger Wald (Koordinaten ca. 50° 48′ 24″ N, 13° 12′ 49″ O) gehört zu den zugänglichsten und stimmungsvollsten. Errichtet vom Eppendorfer Erzgebirgsverein zwischen 1937 und 1939, wurde er 2012 durch eine Verschönerungsaktion mit Sitzbänken, Informationstafeln und sogenannten Liedersteinen (Tafeln mit Liedtexten und Noten) besonders gepflegt. Er liegt am Eppendorfer Liederweg, der oft als Teil eines kleinen Anton-Günther-Wegs (ca. 3 km) beschrieben wird – eine leichte und familienfreundliche Runde.
Oft wird der Stein mit dem nahen „Bergmännel-Denkmal“ kombiniert.
Bei unserem Besuch dort spürten wir sofort, was Anton Günther so besonders machte: die tiefe Verbundenheit mit der einfachen, rauen, aber herzlichen Heimat. Ein kleiner Stein im Wald – und doch ein Ort, an dem die erzgebirgische Volksseele weiterlebt.

Anton Günther – Der Sänger des Erzgebirges
Anton Günther, auch „Tholer-Hans-Tonl“ genannt (* 5. Juni 1876 in Gottesgab (heute Boží Dar), Böhmen; † 29. April 1937 ebenda), war der bekannteste Volksdichter, Sänger und Komponist des Erzgebirges. Schuf rund 140 Lieder in erzgebirgischer Mundart, die Heimatliebe, Natur, Humor und Melancholie der Region einfangen. Er gilt als Erfinder der Liedpostkarte.
Trotz mancher Vorbehalte in der DDR-Zeit gehören seine Werke bis heute fest zu „Mettenschichten“, Weihnachtsfeiern und Volkstheater. Neben dem Stein in Eppendorf erinnern rund 50 weitere Gedenksteine (z. B. in Rittersgrün) an ihn. In Boží Dar laden ein kleines Museum und sein Grab zum Besuch ein.
Aktuell (2025/2026) liegt die überarbeitete Biografie „Anton Günther – Die Biografie: Freiheit zwischen Grenzen“ (Manfred Günther / Lutz Walther) vor, die seinen Lebensweg detailliert nachzeichnet. Die FREIEN SACHSEN bieten zudem Anton-Günther-Artikel an: https://sachsenversand.shop/?language=de&cPath=10_9&cat=c9_Anton-Guenther-anton-guenther.html

Ein echter sächsischer Volksdichter, dessen einfache Worte das erzgebirgische Gemüt bis heute treffen.

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